
Auch heuer nutzte die Präsidentin der Österreichischen Apothekerkammer, Mag. pharm. Dr. Ulrike Mursch-Edlmayr, die Möglichkeit, einige Begrüßungsworte an das Fachpublikum zu richten und einen kritischen Blick auf die aktuelle Gesundheitspolitik zu werfen: „Unsere Schmerzen und Leiden mit dem österreichischen Gesundheitssystem, mit den Verantwortlichen im System, spannen sich über die Indikationsgebiete Rheumathoide Arthritis über das Kinderrheuma bis hin zum akuten Gichtanfall. Manches ist nicht zu verstehen.“ Mursch-Edlmayr warf einen Blick zurück und lobte die guten Fortschritte, die im Sinne der Apotheker:innen erzielt werden konnten: „Wir hatten mit einigen Expertinnen und Experten von Gesundheit Österreich, den Sozialversicherungen und Entscheidungsträgern der Bundesländer sehr vielversprechende Maßnahmen diskutiert und entwickelt – vor allem in den Bereichen Prävention, Patientenstromlenkung und Telemedizin. Es waren sehr mutige Ideen zur Verbesserung der Versorgung, die wir mit den innovativen Personen entwickelt haben.“ Was folgte, war ein einjähriges Vakuum und im aktuellen Programm der jetzigen Regierungspartner lassen sich mutige Schritte in diesem Ausmaß leider nicht wiederfinden.
Die neuen politischen Ansprechpartner:innen seien nun zwar fixiert, jetzt aber „gilt es die vagen Ideen im Regierungsprogramm mutig mit Leben zu füllen“. Das Problem benennt die Präsidentin ebenfalls: „Wir Apothekerinnen und Apotheker sind schnell und ungeduldig und unsere Überlegungen oft weitreichend. Unser System aber ist langsam und träge und nicht vom Mut geprägt. Das ist manchmal nicht gut zu vereinbaren und wir müssen jetzt Geduld haben. Aber ich bin voller Hoffnung und Zuversicht, dass die Verantwortlichen erkennen werden, dass wir ein Scharnier in dem System sind, das verbinden kann.“
Wie gut eine Zusammenarbeit funktionieren kann, bewiesen hingegen die beiden Tagungspräsidenten Mag. pharm. Dr. Alexandra Mandl und der Facharzt für Rheumatologie, OA Dr. Raimund Lunzer, die eine große Anzahl an ausgewiesenen Expert:innen für die Vorträge verpflichten konnten. Das wissenschaftliche Programm des Kongresses zeichnete sich in diesem Jahr durch eine starke Praxisorientierung aus, mit besonderem Fokus auf neuen Therapieoptionen und der pharmazeutischen Beratung. Die Teilnehmer:innen erhielten wertvolle Einblicke in aktuelle Behandlungskonzepte und konnten ihr Fachwissen für die tägliche Patientenbetreuung erweitern. Mandl verwies bei ihrer Eröffnungsrede auf die wichtige Funktion von Apotheker:innen bei der Beratung von Betroffenen: „Wir sind als Apotheker:innen sehr gefordert, Rheumapatient:innen auf ihrem lebenslangen Weg bei der Immuntherapie wirklich gut zu begleiten. Die Interdisziplinarität ist für uns ganz entscheidend, denn im Gesundheitssystem geht es heute nur in der Zusammenarbeit aller Beteiligten.“ Lunzer betonte den ausgewogenen und höchst professionellen Mix der Vortragenden und lobte einmal mehr die gute Zusammenarbeit zwischen Ärzt:innen und Apotheker:innen.
Im Teil 1 unseres Nachberichts vom APOkongress finden Sie eine Zusammenfassung ausgewählter Fachvorträge der ersten beiden Kongresstage, die sich den beiden wichtigen rheumatologischen Indikationen „Rheumatoide Arthritis" und „Osteoporose“ widmeten. Teil 2 folgt in zwei Wochen.
Lesen Sie hier alle Beiträge
Medikationsmanagement und pharmazeutische Betreuung
Kinder sind keine halben Erwachsenen
Was 2025 in Diagnostik und Therapie wichtig ist